Auf dieser Seite findest du eine erste Orientierung zu wichtigen Themen wie Voraussetzungen, Hundewahl, Eignung, möglichen Assistenzhundebereichen und dem grundsätzlichen Ablauf einer Assistenzhundeausbildung.
Nicht jede Frage muss zu Beginn bereits beantwortet sein. Oft sortiert sich vieles erst im gemeinsamen Gespräch.
Ein Assistenzhund kann eine wertvolle Unterstützung sein. Dabei geht es nicht nur um einzelne Aufgaben, sondern häufig auch um mehr Sicherheit, Orientierung, Struktur, Selbstständigkeit und Teilhabe im täglichen Leben.
Ob ein Assistenzhund sinnvoll ist, hängt immer von der individuellen Lebenssituation, den persönlichen Bedürfnissen und dem jeweiligen Alltag ab. Deshalb ist es mir wichtig, ehrlich, wertschätzend und ohne Druck hinzuschauen.
Assistenzhunde können Menschen auf unterschiedliche Weise unterstützen. Die Assistenzhundeverordnung (AHundV) unterscheidet verschiedene Assistenzhundearten anhand der Hilfeleistungen, die der Hund für seinen Menschen übernimmt.
Mein Schwerpunkt liegt auf der Begleitung von PSB-Assistenzhundeteams für Menschen mit psychosozialen Beeinträchtigungen.
Darüber hinaus begleite ich auch Teams in den Bereichen:
Welche Assistenzhundeart passend ist, richtet sich nach dem individuellen Unterstützungsbedarf des Menschen und den Hilfeleistungen, die der Hund später zuverlässig übernehmen soll.
PSB steht für psychosoziale Beeinträchtigung. Nach der Assistenzhundeverordnung (AHundV) ist ein PSB-Assistenzhund ein Assistenzhund für Menschen mit psychosozialen Beeinträchtigungen.
Dazu können psychische oder neurobiologische Erkrankungen gehören, die den Alltag, die Selbstständigkeit und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erschweren.
Ein PSB-Assistenzhund kann zum Beispiel bei einer posttraumatischen Belastungsstörung, einer komplexen Traumafolgestörung, dissoziativen Störungen, Angst- und Panikstörungen, einer Autismus-Spektrum-Störung, FAS (Fetale Alkoholsyndrom), Demenz, schweren depressiven Erkrankungen oder anderen psychosozialen Beeinträchtigungen unterstützen.
Entscheidend ist dabei nicht allein die Diagnose, sondern der individuelle Unterstützungsbedarf. Deshalb wird gemeinsam geschaut, welche Situationen belastend sind, welche Hilfe sinnvoll sein kann und welche Aufgaben der Hund zuverlässig und tierschutzgerecht übernehmen kann.
Gerade in diesem Bereich ist mir ein achtsamer und traumasensibler Umgang besonders wichtig.
Viele Menschen bringen Erfahrungen mit, die ihr Gefühl von Sicherheit, Vertrauen und Selbstbestimmung tief erschüttert haben. Deshalb braucht dieses Training Raum, Respekt und einen wertschätzenden Blick auf die persönlichen Bedürfnisse des Menschen.
Neben den individuellen Hilfeleistungen geht es darum, Schritt für Schritt mehr Sicherheit, Orientierung und Selbstständigkeit zu ermöglichen – passend zum Menschen, zum Hund und zum gemeinsamen Leben.
Die Hilfeleistungen werden individuell auf den Menschen, den Hund und den gemeinsamen Alltag abgestimmt. Mögliche Aufgaben können zum Beispiel sein:
Welche Hilfeleistungen geeignet sind, wird immer individuell betrachtet. Dabei geht es nicht darum, dass der Hund möglichst viele Aufgaben lernt, sondern gezielt die Unterstützung bietet, die seinem Menschen wirklich hilft und für ihn selbst fair und umsetzbar bleibt.
Ein PSB-Assistenzhund ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Behandlung. Er kann jedoch eine wertvolle Unterstützung sein und mehr Sicherheit, Orientierung, Selbstständigkeit und Teilhabe ermöglichen.
Der Mobilitätsassistenzhund ist ein Assistenzhund für Menschen mit motorischen Beeinträchtigungen.
Er kann Menschen unterstützen, die körperlich eingeschränkt sind, zum Beispiel aufgrund einer Gehbehinderung, der Nutzung eines Rollstuhls oder Einschränkungen in Kraft, Beweglichkeit oder Koordination.
Mögliche Hilfeleistungen können zum Beispiel sein:
Wichtig ist immer, dass die Aufgaben zum Menschen, zum Hund und zur körperlichen Belastbarkeit des Hundes passen.
Der Signalassistenzhund ist ein Assistenzhund für Menschen mit akustischen Wahrnehmungsbeeinträchtigungen.
Er unterstützt Menschen, die wichtige Geräusche oder Signale nicht oder nicht zuverlässig wahrnehmen können.
Mögliche Hilfeleistungen können zum Beispiel sein:
Ziel ist, dass wichtige Signale sicherer wahrgenommen werden und dadurch mehr Orientierung, Sicherheit und Selbstständigkeit möglich sind.
Der Warn- und Anzeige-Assistenzhund unterstützt Menschen, bei denen bestimmte gesundheitliche Veränderungen, Zustände oder Anfälle angezeigt werden sollen.
Das kann zum Beispiel bei Diabetes mellitus Typ 1, schweren Allergien mit Anaphylaxierisiko, Epilepsie oder anderen neurologisch, stoffwechselbedingt oder systemisch bedingten Anfallserkrankungen relevant sein.
Je nach Bedarf kann der Hund lernen, bestimmte Veränderungen oder Situationen anzuzeigen und darauf zu reagieren.
Mögliche Hilfeleistungen können zum Beispiel sein:
Gerade in diesem Bereich ist eine besonders sorgfältige und realistische Einschätzung wichtig. Nicht jede gesundheitliche Veränderung ist für jeden Hund sicher wahrnehmbar oder zuverlässig trainierbar. Deshalb wird individuell geschaut, was sinnvoll, verantwortungsvoll und tierschutzgerecht aufgebaut werden kann.
Welche Aufgaben ein Assistenzhund später übernimmt, hängt immer davon ab, wobei sein Mensch im Alltag Unterstützung benötigt.
Ein Hund muss nicht alles können, und nicht jede Hilfeleistung passt zu jedem Team. Entscheidend ist, dass die Aufgaben sinnvoll sind, zuverlässig aufgebaut werden können und für den Hund fair und umsetzbar bleiben.
Nicht jeder Weg beginnt mit einem Hund, der schon da ist. Manchmal steht zunächst die Frage: Welcher Hund könnte überhaupt passen?
Gerade dann ist es sinnvoll, frühzeitig genauer hinzuschauen. Wesen, Gesundheit, Belastbarkeit, Alltagstauglichkeit und die passende Mensch-Hund-Kombination spielen eine große Rolle.
Denn ein Assistenzhund soll später nicht nur einzelne Aufgaben lernen, sondern seinen Menschen auch im Alltag sicher und verlässlich begleiten können.
Wenn bereits ein Hund an deiner Seite ist, schauen wir gemeinsam, ob er grundsätzlich für die Ausbildung zum Assistenzhund geeignet sein könnte.
Dabei geht es nicht nur darum, ob ihr euch gut versteht. Auch Gesundheit, Lernverhalten, Sozialverhalten, Umweltverhalten, Belastbarkeit und Alltagssicherheit sind wichtig.
Ebenso wichtig ist die Frage, wie gut sich dein Hund an dir orientiert und wie stabil er dich im Alltag begleiten kann.
Damit ein Hund seinen Menschen später zuverlässig unterstützen kann, sind verschiedene Grundlagen wichtig.
Dazu gehören:
eine faire und verlässliche Grundlage
Orientierung am Menschen
Ruhe und Gelassenheit im Alltag
eine gute Bindung zwischen Mensch und Hund
kleinschrittiges Training
realistische Ziele
Lösungen, die wirklich zum Team und zum Alltag passen
Der Weg sollte nicht nur auf dem Papier gut aussehen. Auch im echten Leben sollte er sich stimmig anfühlen und für Mensch und Hund gut umsetzbar sein.
Die Ausbildung zum Assistenzhund verläuft bei jedem Team unterschiedlich.
Manchmal steht zuerst die Hundewahl im Vordergrund, manchmal eine Eignungseinschätzung oder der Aufbau wichtiger Grundlagen.
Rechtlich wird zwischen Selbstausbildung und Fremdausbildung unterschieden.
Bei der Selbstausbildung absolvieren Menschen mit Behinderung gemeinsam mit ihrem Hund die Ausbildung unter Begleitung einer Ausbildungsstätte.
Bei der Fremdausbildung übernimmt die Ausbildungsstätte das Training des Hundes.
Die Assistenzhundeverordnung sieht für die begleitete Selbstausbildung grundsätzlich mindestens 60 Zeitstunden vor, verteilt auf einen Zeitraum von mindestens zwei Monaten.
Die eigentliche Assistenzhundeausbildung beginnt in der Regel frühestens, ab einem Alter von 15 Monaten. Für bestimmte Warn- und Anzeige-Assistenzhunde gibt es Ausnahmen.
Assistenzhundetraining muss dort funktionieren, wo die Unterstützung später gebraucht wird. Deshalb ist der das direkte Lebensumfeld ein wichtiger Teil des Trainings.
Viele Fragen zeigen sich erst dort, wo die Unterstützung wirklich gebraucht wird – zu Hause, unterwegs, beim Einkaufen, bei Begegnungen mit Menschen oder anderen Hunden oder in anderen Alltagssituationen.
Genau deshalb arbeite ich gerne alltagsnah und praktisch.
Seit dem 01.07.2021 sind Assistenzhunde im Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) gesetzlich verankert. Die Assistenzhundeverordnung (AHundV), die am 01.03.2023 in Kraft getreten ist, konkretisiert diese Regelungen.
Sie enthält bundeseinheitliche Vorgaben für die Eignung, Ausbildung, Prüfung und Anerkennung von Assistenzhunden.
Meine Arbeit im Bereich der Assistenzhundeausbildung richtet sich nach den Vorgaben der AHundV. Die Zulassung als Ausbildungsstätte gemäß AHundV strebe ich an.
Für eine spätere Anerkennung als Mensch-Assistenzhund-Gemeinschaft müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu zählen unter anderem die Eignung des Hundes, die gesundheitliche Eignung, die Ausbildung, die Prüfung und das Anerkennungsverfahren bei der zuständigen Behörde des jeweiligen Bundeslandes.
Wenn du dich näher mit dem rechtlichen Rahmen beschäftigen möchtest, lohnt sich ein Blick in die Assistenzhundeverordnung sowie auf die Informationsseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales rund um Assistenzhunde.
Aufgrund der aktuellen rechtlichen Lage können derzeit keine anerkennungsfähigen Prüfungen für neu ausgebildete Mensch-Assistenzhund-Gemeinschaften nach der AHundV durchgeführt werden.
Im Zusammenhang mit Assistenzhunden entstehen häufig Fragen zu Finanzierungsmöglichkeiten, Stiftungen oder möglichen Anlaufstellen.
Gerne gebe ich dazu eine erste Orientierung und weise auf hilfreiche Informationen und Anlaufstellen hin. Die Antragstellung selbst oder eine rechtliche Beratung übernehme ich jedoch nicht.
Zu Beginn müssen noch nicht alle Fragen beantwortet sein.
Vieles klärt sich erst im gemeinsamen Gespräch.
Wenn du dich grundsätzlich mit dem Thema Assistenzhund beschäftigst und herausfinden möchtest, was für dich und deinen Alltag sinnvoll sein könnte, darfst du dich gerne melden.